Naturschutz – Artenvielfalt in und um die Gewässer

Das Wasser und das angrenzende Land gehören mit zu den artenreichsten Biotopen. Unzählige Kleinstlebewesen, Insekten, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere finden bei uns ein Zuhause. Aber auch geschützte und seltene Pflanzen. Anzutreffen sind verschiedene Arten von Kröten, Fröschen, Molchen, Enten, Reihern, Gänsen, Raubvögeln, Fledermäusen, Schlangen und Eidechsen. Der Eisvogel und die Wasseramsel.

Entsprechend ernst nimmt der Verein den Erhalt und die Pflege dieses wertvollen Lebensraumes. Sehr viele ehrenamtliche Stunden werden hierfür geleistet. Wir Angler verstehen uns selbstverständlich als Tier- und Naturschützer, aktiv durch Handeln und nicht durch Pressearbeit.

Ausgebildete Gewässerwarte überprüfen durch biologische und chemische Gewässeruntersuchungen fortlaufend den Zustand der Wasserqualität, um bei Veränderungen rasch reagieren zu können. Die Neubesiedlung von Gewässern nach Fischsterben erfolgt durch die Angelvereine.

Nicht nur die Weltmeere sind voller Müll, auch die Gewässer vor Ort müssen von uns regelmäßig vom Zivilisationsmüll gereinigt werden. Am gefährlichsten für die Lebewesen im Wasser ist das unverrottbare Plastik, welches in den Fließgewässern durch die Bewegung immer mehr mechanisch zerkleinert wird.

Die Durchgängigkeit der Fließgewässer für die Laichwanderung, den Erhalt von Seen mit Laichmöglichkeiten, oft werden die Angler angefeindet, ihr Engagement sei eigennützig. Dient unser Einsatz wirklich nur den Fischen? Nein, alles Leben in und um die Gewässer profitiert davon. Ausschließlich aus einem wirklich intakten Gewässer fängt man einen gesunden Fisch und nur so einen verspeist man mit Genuss.

Wir, die viel Zeit an unseren Gewässern verbringen, bemerken aber auch Veränderungen. Die Ausbreitung des japanischen Springkrauts entlang der Bäche, Neozoen wie Nilgans, Nutria oder Ochsenfrosch. Gefahren für unsere heimischen Arten! Sehr kritisch haben wir in der Vergangenheit den extremen Populationsanstieg von Kormoran und Reiher gesehen. Die Naturschutz-Organisationen haben uns vorgeworfen, es geht uns nur um die Fische. Dabei ist die Gefährdung des heimischen Fischbestandes nur ein Aspekt.

In Chroniken wird berichtet, dass im gesamten Aichtal im 18.Jhd. 3 Paare Reiher gebrütet haben. Heute haben wir alleine am Rohrwiesensee eine Kolonie mit bis zu 7 Paaren.

Eine Bereicherung? Nein! Vor der Ansiedlung herrschte eine Amphibien- und Reptilienvielfalt um den See. Zur Laichwanderung und vor allem wenn die jungen Kröten den See verlassen haben, dachte man, der Boden lebt. Hunderte Eidechsen wuselten über unsere Wiesen. 34 Schlangen wurden gleichzeitig von Mitgliedern gezählt.

Was ist geblieben? Fast NICHTS. Die Reiher, die unter Naturschutz stehen haben aufgeräumt und zwar nicht nur unter den Fischen, nein besonders unter den Amphibien und Reptilien. Wenige Kröten und Frösche sind übriggeblieben. Reptilien das war einmal.

Wir können unsere Fische nachbesetzen. Wer ersetzt unsere Reptilien und Amphibien? Und nun? Wichtig wäre, dass einige Naturschutz-Organisationen ihre Spendensammelleidenschaft und ihr Vorurteils- und Schemendenken aufgeben, sich endlich mit offenen Augen umschauen, Probleme erkennen, um Lösungen zu finden, die uneingeschränkt dem ganzen Natur- und Tierschutz dienen. Dann endlich könnten diese Organisationen mit uns Anglern auf Augenhöhe zusammenarbeiten.

Ein immer fragiler werdendes Ökosystem mit seiner Vielzahl an Lebewesen zu schützen und für kommende Generationen zu erhalten, muss das große gemeinsame Ziel sen.

„Wir Angler, Tier- und Naturschützer sind bereit dafür“

 

Für die Vorstandschaft
Corina Osswald
Schriftführerin

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Die Nase ist Fisch des Jahres 2020

                                Die Nase (Chondrostoma nasus) Foto: Rainer Kühnis

 

Fisch des Jahres 2020. Mit der Wahl dieser in Deutschland regional stark gefährdeten und lokal bereits verschwundenen Fischart machen der Deutsche Angelfischerverband (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) auf eine bedrohte Fischart aufmerksam, die für Flüsse mit kiesigem bis felsigem Untergrund in der sogenannten Äschen- und Barbenregion typisch ist.

Die Nase war noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Fisch, der in schnell fließenden Gewässern sehr häufig vorkam, und auch „Brotfisch“ der Berufsfischer an der Donau genannt wurde. Heute sind Schwärme von hundert Fischen bereits eine Seltenheit. Weil die Laichhabitate entweder nicht mehr funktionsfähig sind oder aufgrund von Querbauwerken nicht mehr erreicht werden können, kann in geeigneten Gewässern der Besatz mit gezüchteten Jungtieren sinnvoll sein. Auch auf Verschmutzungen der Gewässer durch Schadstoffe sowie übermäßige Feinsedimenteinträge reagieren Nasen empfindlich.

„Um den Schutz der Nase zu verbessern, müssen Wanderhindernisse in den Flüssen abgebaut oder passierbar gemacht werden und naturnahe Ufer, Kies- und Schotterbänke wiederhergestellt werden. Dies fordert auch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie für unsere Flüsse. Nur wenn die ganze Vielfalt von Strukturen und Lebensräumen vorhanden und erreichbar ist, können sich die Fischbestände – nicht nur die der Nase – langfristig wieder erholen. Die Nase steht daher stellvertretend für die gesamte Fischartengemeinschaft“, erläutert Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz.

„Die typischen Fischarten wie Nasen und Barben sind sogenannte Weidegänger. Sie weiden die Algen am Gewässergrund ab und lagern den Gewässergrund um. Nasen und Barben leisten damit einen hohen Beitrag zur Selbstreinigungskraft der Gewässer. Wenn die typischen Fischarten in den Flüssen ihre ökologische Aufgabe nicht mehr erfüllen, verschlechtern sich die Wasserwerte und das Ökosystem droht zu kippen. Mit dem Rückgang der Nasen haben sich an einigen Flüssen die Wasserwerte dramatisch verschlechtert“, so Dr. Christel Happach-Kasan, Präsidentin des Deutschen Angelfischerverbandes.

Zahlreiche Studien belegen, dass die Verbauung von Gewässern die wichtigste Ursache für den Rückgang der Nasenpopulationen ist. Die Schwärme erreichen keine geeigneten Laichplätze, sodass sie sich nicht mehr fortpflanzen und die Populationen überaltern. Angesichts der regional starken Bedrohung ist es dringend erforderlich, die Forderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie weiter zügig in Maßnahmen umzusetzen und die Gewässer wieder durchgängig zu machen und natürlicher zu gestalten.

Dass dies Erfolg haben kann und Nasenpopulationen sich erholen, zeigen die wenigen Beispiele, in denen ein Rückbau von Wehren stattgefunden und sich dadurch die Bestände wieder deutlich erholt haben. Die Nase kann daher als ein guter Indikator für den Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen angesehen werden. 

Hintergrund
Die Nase kommt in Mitteleuropa nördlich der Alpen bis nach Osteuropa vor. Sie ist eine zu den karpfenartigen Fischen (Cyprinidae) gehörende Art, die in der Barben- und Äschenregion großer Ströme wie der Donau oder dem Rhein vorkommt. Sie wird bis zu 50 cm groß, kann Gewichte bis 2000 g erreichen, bleibt aber im Normalfall deutlich kleiner. Namensgebend ist die wulstige Oberlippe, mit denen die Nasen Algen vom Bodensubstrat abweiden und bodenlebende Kleintiere wie Insektenlarven oder Krebstierchen aufnehmen. Das Schuppenkleid ist silbrig, am Rücken etwas dunkler und bäuchlings heller gefärbt. Typisch ist das Aufblitzen des silbrigen Schuppenkleids bei der Nahrungsaufnahme, wenn sich die Nase seitlich wegdreht, um die Algen abzuziehen. Nasen leben natürlicherweise in Schwärmen von mehreren hundert Exemplaren.

Nasen laichen im Frühjahr von März bis Mai und unternehmen dabei Wanderungen von mehreren hundert Kilometern in den Fließgewässern. Laichplätze sind flach überströmte Bereiche in kleineren Seitenbächen. Hier werden 20.000 bis 100.000 ca. 1,5 mm große Eier/Weibchen in vorher geschlagene Laichgruben abgelegt. Die Larven leben zunächst im Kieslückensystem und ziehen dann als Planktonfresser an ruhigere Gewässerstellen. Das Schlagen der Laichgruben in den flachen Gewässern ist oftmals als deutliches, lautes Plätschern zu hören, vor allem dort, wo noch hunderte Nasen gleichzeitig laichen.

Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Angelfischerverbandes e.V. (DAFV), des Verbandes Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST) und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN):

 

Corina Osswald
Schriftführerin

 

 

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Der Verband hat ein neues Video vorgestellt.
zum anschauen hier anklicken

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